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Attack the block, Foto: london film premiere_flickr
Zu den erst kürzlich zurückliegenden Unruhen in Londoner Vororten passt die gerade in den Kinos anlaufende Sci-Fi-Komödie „Attack the Block“ – fast könnte man meinen, die Ausschreitungen wären die Inspiration überhaupt gewesen, doch gedreht wurde schon lange vor den Ereignissen. Im Kino-Neustart der Woche treffen äußerst brutale Aliens im Süden Londons auf eine Siedlung aus Sozialwohnungen und deren ebenfalls nicht gerade zimperlichen Bewohnern. Für sein Regiedebüt reiste Joe Cornish tief in seiner eigenen Geschichte zurück, denn er selbst war in dem Viertel im Süden Englands, in dem der Film spielt, aufgewachsen.
Während derzeit Jugendgangs eher gefürchtet werden und die Politik darüber diskutiert, wie man Jugendgewalt gerade in den Vororten von Großstädten in den Griff bekommt, wird genau so eine Gang aus Hoodies – also Trägern von weiten Kapuzenpullovern – auf der Kinoleinwand zu Helden der gesamten Weltbevölkerung: Bis an die Zähne bewaffnet trotzen sie der außerirdischen Invasion.
Als eine Gang maskierter Jugendlicher die Krankenschwester Sam, gespielt von Jodie Whittaker, überfallen will, schlägt plötzlich ein Meteorit neben ihnen ein. Während Sam flieht, werden die Halbstarken von einem blutrünstigen Alien attackiert. Gemeinsam gelingt es ihnen, den Angreifer auszuschalten. Doch Zeit zum Verschnaufen bleibt keine, denn das rasante Action-Feuerwerk geht hier erst richtig los: Ein ganzer Meteoritenhagel donnert auf London nieder und Aliens drohen mit einer Invasion.
Inspirieren lassen hat sich Joe Cornish von legendären Regisseuren wie John Carpenter und Walter Hill, produziert wurde das Spektakel, das in Großbritannien bereits als das Filmereignis des Jahres gefeiert wird, unter anderem von den Machern von „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“. Da sollte klar sein, was einen erwartet: Schnelles, gnadenlos witziges und ausgeflipptes Genrekino der Spitzenklasse. Und vielleicht verhilft dieser Action-Thriller der Öffentlichkeit zu einem etwas erweiterten Blick auf die echten Jugendgangs da draußen…
In einer vom Großvater geerbten neuseeländischen Gartenhütte tat 1993 Tony Osborne einen Schatz in Form von hunderten Dosen Nitro-Filmrollen, bestehend aus Kopien von Spielfilmen, die überwiegend aus den Zeiten des Stummfilms stammen.
Der ehemaliger Filmvorführer Jack Murtagh konnte diese Schätze dort aufbewahren, weil Neuseeland ganz hinten in der Auswertungskette lag, wo Filmkopien nach einer langen Weltreise meist in eher schlechtem Zustand ankamen und deshalb nicht vermisst wurden, wenn Murtagh sie nicht zurücksandte.
Als sensationeller Fund kamen nun drei Rollen aus dem verschwunden geglaubten Film „The White Shadow“ von 1923 zum Vorschein, an dem auch Alfred Hitchcock arbeitete.
Nachdem Hitchcock den britischen Regisseur Cutts entlassen hatte, wurde sein Talent vom Produzenten Michael Balcon entdeckt, der Hitchcock selbst arbeiten ließ. Doch keiner der Filme, bei denen er selbst die Regie übernahm, galt als erhalten. Filmhistoriker suchen nun in dem frühen Werk „The White Shadow“ die charakteristische Handschrift Hitchcocks. Bis die restlichen drei Rollen gefunden werden, bleibt das Ende des Films jedoch offen.
Das empfindliche Nitro-Filmmaterial wird derzeit von Restauratoren in Wellington bearbeitet. In Deutschland zählt das Material zu den Sprengstoffen, weil es sich schon ab einer Umgebungstemperatur von 38 Grad Celsius entzünden kann.
Um die Rekonstruktion bemüht man sich durch Schwarz-Weiß-Duplikate, um die ursprüngliche Einfärbung, der damals jeder Szene entsprechend der dramaturgischen Stimmung angepasst wurde, zu erhalten.
Fakt ist, dass nur ein kleiner Teil der internationalen Filmproduktion erhalten ist, die um die Jahrhundertwende ihre Anfänge fand. Grund dafür ist vor allem, dass der Film bis zur Gründung der ersten nationalen Filmarchive in den Fünfzigern, nicht als schützenswerte Kunst galt.
Zwar scheint ziemlich gewiss, dass Jack Murtagh die historischen Filmrollen nicht ganz legal seinen Besitz nennen konnte, doch bleibt zu hoffen, dass gerade durch diese Vorgänge noch weitere Filmarchive zum Vorschein kommen, die als Kulturgut gerettet und an öffentliche Institutionen übergeben werden können.
