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Kunst von Ai Wei Wei, Foto von kanegen/flickr.com
Der chinesische Künstler Ai Weiwei wurde wieder freigelassen. Nun stellt sich die Frage, ob die Arbeit an den Berliner Projekten wieder aufgenommen werden kann.
Galerist Alexander Ochs jedenfalls kann sich gut vorstellen, wie Journalisten derzeit das Haus des Künstlers in Peking umzingeln und sein Telefon ohne Pause klingelt, und hält sich deshalb erst einmal zurück. Doch zumindest scheint er anhand der Fotos nach der Entlassung der Überzeugung zu sein, Weiwei ginge es gut und sei kein gebrochener Mensch.
Die größte Gefahr scheint, dass man den chinesischen Kritiker psychisch unter Druck gesetzt wird. Ochs selbst konnte sich vor kurzer Zeit von den täglichen Repressionen in China überzeugen. Zur Eröffnung seiner Ausstellung der Arbeiten Hung Lius, eine Malerin aus San Francisco, in Peking, war auch die Ehefrau Ai Wei Weis eingeladen. Doch es zeigte sich womöglich Angst, etwas zu tun, dass die Behörden nicht dulden könnten, als diese ausrichten ließ, sie könne nicht kommen.
Von einer richtigen Freilassung kann hier noch nicht die Rede sein. Ai hat strenge Auflagen bekommen. Seine Bewegungsfreiheit ist massiv eingeschränkt und an mögliche Reisen ist noch gar nicht zu denken.
Und die Projekte in Berlin? Die ruhen also erst einmal im Atelier in Oberschöneweide, dass der Künstler kurz vor seiner Verhaftung noch betreten hatte. Martin Rennert, Präsident an der Universität der Künste, an der Ai Weiwei eigentlich eine Gastprofessur antreten sollte, richtete einen Brief an die Bundeskanzlerin, in dem er um ihre Unterstützung für die Universität bat. Außerdem kündigte die Universitätsleitung an, in den nächsten Tagen persönlich mit dem Künstler in Kontakt zu treten, sofern es ihm möglich ist.
Bei einigen Projekten konnte Ai Weiei noch persönlich mitwirken. So gibt es eine große Ausstellung von Fotografien in Winterthur in der Schweiz, eine Schau in New York und eine Übersicht im Kunsthaus Bregenz, die im Juli die architektonischen Projekte des Künstlers zusammenfassen will. Dabei legte der Künstler immer großen wert auf die Räumlichkeiten.
Auch das Blättern gepresste „Teehaus“ wird weiterhin im Museum für Asiatische Kunst in Berlin Dahlem zu sehen sein. Doch die von Weiwei vertretene Ausstellung in der Galerie Neugerriemschneider kann ohne seine Vorgaben, was das Konzept betrifft, nicht noch einmal entstehen und wurde deshalb abgebaut. Seine Künstlerhand wäre hier gefragt, die Elemente immer wieder neu anzuordnen und neue Zusammenhänge zu erschaffen.
Alexander Ochs, sowie die Galeristen Neuger und Riemschneider sind erleichtert, Ai Weiei wieder in der Umgebung seiner Familie und soweit wohl auf zu wissen und hoffen, dass auch die Lage um seine verschwundenen Mitarbeiter bald aufgeklärt wird. Als Initiator des „Berliner Apells“ im Internet, fordert Ochs mit vielen anderen, dass Ai Weiwei wieder die Freiheit geschenkt wird. Außerdem richten er und alle Unterzeichner auch einen Appell an die zuständigen Behörden und setzten sich dafür ein, dass auch die Mitarbeiter Weiweis freigelassen werden.