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© ChristArt - Fotolia.com

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Wenig Sinn für zeitgenössische Kunst bewies eine Putzfrau des Dortmunder Museums. Sie wischte im Putzeifer eine schutzige Gummiwanne aus, die allerdings Teil einer Installation des Künstlers Martin Kippenberger war, welche nun unwiderruflich zerstört ist. 

Sprecher der Stadtverwaltung gaben an, dass sich der Vorfall am 20. Oktober währen der Reinigung des Museums ereignete. Kippenbergers Werk “Wenn’s anfängt durch die Decke zu tropfen”, das über eine Summe von 800.000 Euro versichtert ist, lässt sich nach dieser zerstörerischen Form von Reinigung wohl niemals wieder restaurieren.

Der Kalkfleck im Trog, den die unbedarfte Frau versehentlich für einen Schmutzfleck hielt, war maßgeblicher Teil des Gesamtwerks. Natürlich kommt jetzt die Frage auf, ob die beauftragte Reinigungsfirma ihr Personal ausreichend geschult hat. Zwar wird die Installation auch weiterhin im Dortmunder Museum zu sehen sein, der Vorfall bleibt aber trotzdem ein schwieriger und teurer Versicherungsfall.

Vorkommnisse, wie dieser sind allerdings keinenfalls neu. Im Jahre 1986 zerstörte eine ebenfalls übermütige Putzfrau die Fettecke des berühmten Berliner Künstlers Josph Beuys in der Düsseldorfer Kunsthalle. 

Gerade die Alltagsgegenstände, waren neben Politik, Geschichte und Popkultur Inspirationsquellen für den 1953 in Dortmund geborenen Martin Kippenberger. Der Künstler studierte zwischen 1972 und 1976 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. 1978 zog er nach Berlin, wo er “Kippenbergers Büro” einen Raum , der Fläche für die Ausstellung junger Künstler bot, gründete. Dieses Büro wurde oft mit Andy Warhols “Factory” verglichen. Stilistisch wird Kippenberger von Kunsthistorikern der “Neuen Wilden” zugeordnet. Er wollte die starren Konventionen die dem damaligen Kunstbegriff anhafteten, durch Spott und Provokation auflösen.

Womöglich würde Kippenberger, der 1997 in Wien starb, sich sogar mit einem Lächeln über diesen Skandal, der die Kunstwelt in Aufruhr versetzt, freuen. Ironische Geister könnten die Tat der Putzfrau schon fast als einen unwillentlichen Akt der Performancekunst ansehen.