Posts Tagged ‘Kunst’

Kunst von Lee Ufan, Foto von @MSG/flickr.com

Kunst von Lee Ufan, Foto von @MSG/flickr.com

Lange wurde die Kunst von Lee Ufan von den USA ignoriert. Dabei ist der 76jährige japanische Künstler schon lange eine Größe. Nun übergibt das Guggenheim Museum in New York dem Künstler ihr ganzes Haus. Einige seiner selten gezeigten Installationen werden im Erdgeschoss der Rotunde und in zwei Galerien des Museum ausgestellt sein. Von Lee Ufan seit  1960 hergestellten 90 Skulpturen, Malereien und Arbeit auf Papier werden das komplette Museum füllen.

Lee Ufan ist vor allem mit seinem Motto berühmt geworden. Er verlangt von dem Künstler nicht das Verformen der Materiallien, sondern das Arrangieren. Das liegt damit zusammen, dass Ufan niemals das Material beherrschen und die Form verändern wollte. Ganz im Gegensatz möchte er den Betrachter mit rohen Formen und deren Umgebung konfrontieren. In seinen Werken findet man riesige Steine neben Metallplatten. Diese stehen stets in der Beziehung zum Raum. Durch die Leere oder ebenso die Kontraste soll das Publikum sinnliche Elemente wahrnehmen können.

Lee Ufan bezeichnet seine Kunstwerke selbst als “Kunst der Begegnung”. Für USA ist seine Kunst noch unbekannt, damit geht das Guggenheim ein bestimmtes Risiko ein. Wobei Lee Ufan bereits 1971 auf der Biennale von Paris und 2001 im Kunstmuseum Bonn bzw. 2007 sogar auf der Biennale in Venedig zu sehen war. In der Kunstszene zählt er zu den Post-Minimalisten. Neben der Kunst ist er aber auch als Philosoph bekannt. Lee Ufan pendelt seit 1956 zwischen Japan und Frankreich. 1970 war er einer der Hauptvertreter der japanischen Mono-ha-Bewegung. Diese setzte sich vor allem gegen die westliche Kunstdefinitionen ein, die Japan nach dem Zweiten Weltkrieg belagerten. Der Stil Lee Ufans ist teilweise auf einen einzigen Pinselstrich minimalisiert. Der kreative Prozess des Schaffens spielt bei dem Künstler ebenso wenig eine Rolle. Es geht viel mehr um die Rohe Existenz der Dinge, die man aus der Welt aufnehmen kann.

Kunst von Ai Wei Wei, Foto von kanegen/flickr.com

Kunst von Ai Wei Wei, Foto von kanegen/flickr.com

Der chinesische Künstler Ai Weiwei wurde wieder freigelassen. Nun stellt sich die Frage, ob die Arbeit an den Berliner Projekten wieder aufgenommen werden kann.

Galerist Alexander Ochs jedenfalls kann sich gut vorstellen, wie Journalisten derzeit das Haus des Künstlers in Peking umzingeln und sein Telefon ohne Pause klingelt, und hält sich deshalb erst einmal zurück. Doch zumindest scheint er anhand der Fotos nach der Entlassung der Überzeugung zu sein, Weiwei ginge es gut und sei kein gebrochener Mensch.

Die größte Gefahr scheint, dass man den chinesischen Kritiker psychisch unter Druck gesetzt wird. Ochs selbst konnte sich vor kurzer Zeit von den täglichen Repressionen in China überzeugen. Zur Eröffnung seiner Ausstellung der Arbeiten Hung Lius, eine Malerin aus San Francisco, in Peking, war auch die Ehefrau Ai Wei Weis eingeladen. Doch es zeigte sich womöglich Angst, etwas zu tun, dass die Behörden nicht dulden könnten, als diese ausrichten ließ, sie könne nicht kommen.

Von einer richtigen Freilassung kann hier noch nicht die Rede sein. Ai hat strenge Auflagen bekommen. Seine Bewegungsfreiheit ist massiv eingeschränkt und an mögliche Reisen ist noch gar nicht zu denken.

Und die Projekte in Berlin? Die ruhen also erst einmal im Atelier in Oberschöneweide, dass der Künstler kurz vor seiner Verhaftung noch betreten hatte. Martin Rennert, Präsident an der Universität der Künste, an der Ai Weiwei eigentlich eine Gastprofessur antreten sollte, richtete einen Brief an die Bundeskanzlerin, in dem er um ihre Unterstützung für die Universität bat. Außerdem kündigte die Universitätsleitung an, in den nächsten Tagen persönlich mit dem Künstler in Kontakt zu treten, sofern es ihm möglich ist.

Bei einigen Projekten konnte Ai Weiei noch persönlich mitwirken. So gibt es eine große Ausstellung von Fotografien in Winterthur in der Schweiz, eine Schau in New York und eine Übersicht im Kunsthaus Bregenz, die im Juli die architektonischen Projekte des Künstlers zusammenfassen will. Dabei legte der Künstler immer großen wert auf die Räumlichkeiten.

Auch das Blättern gepresste „Teehaus“ wird weiterhin im Museum für Asiatische Kunst in Berlin Dahlem zu sehen sein. Doch die von Weiwei vertretene Ausstellung in der Galerie Neugerriemschneider kann ohne seine Vorgaben, was das Konzept betrifft, nicht noch einmal entstehen und wurde deshalb abgebaut. Seine Künstlerhand wäre hier gefragt, die Elemente immer wieder neu anzuordnen und neue Zusammenhänge zu erschaffen.

Alexander Ochs, sowie die Galeristen Neuger und Riemschneider sind erleichtert, Ai Weiei wieder in der Umgebung seiner Familie und soweit wohl auf zu wissen und hoffen, dass auch die Lage um seine verschwundenen Mitarbeiter bald aufgeklärt wird. Als Initiator des „Berliner Apells“ im Internet, fordert Ochs mit vielen anderen, dass Ai Weiwei wieder die Freiheit geschenkt wird. Außerdem richten er und alle Unterzeichner auch einen Appell an die zuständigen Behörden und setzten sich dafür ein, dass auch die Mitarbeiter Weiweis freigelassen werden.

In der frühen Phase der Renaissance, die nach der Meinung vieler Historiker mit der Entdeckung der Neuen Welt durch Kolumbus im Jahr 1492 begann, wandelte sich das Menschenbild entscheidend. Der Mensch rückte zusehends in den Mittelpunkt des Universums, das theozentrische Weltbild des Mittelalters wurde immer mehr durch anthropologisches ersetzt. Dies ist in allen Formen der Kunst zu beobachten, sei es in der Literatur, im Theater, in der Musik, der Architektur, oder in der Malerei.

Die Ausstellung Dürer-Cranach-Holbein, die noch bis zum vierten September im Kunsthistorischen Museum in Wien zu sehen ist, beschäftigt sich mit der Porträtmalerei um 1500 im deutschen Kulturraum. Als Einstieg in die Thematik wählte Kurator und Kunsthistoriker Karl Schütz ein Porträt des Habsburger-Herzogs Rudolf der IV., gemalt von einem unbekannten Künstler um 1360. Es gilt als das älteste Porträt des Okzidents und ist deshalb bemerkenswert, weil der Künstler die Gesichtslähmung Rudolf des IV nicht zu kaschieren versucht, sondern eine wirklichkeitsgetreue Darstellung seines Modells bietet, sieht man einmal von der erfundenen Krone ab. Es ist die erste große Überblicksausstellung über das frühe deutsche Porträt und nicht nur in seinem ältesten Werk fällt dem Betrachter der schonungslose Realismus der Künstler ins Auge. Teilweise wenig schmeichelhaft werden die meist adeligen Modelle portraitiert und so mancher Betrachter mag sich wundern, dass die Künstler in den Folgezeit weiter in der Lage waren den Pinsel zu führen und nicht wegen Majestätsbeleidigung die rechte Hand oder gar den Kopf einbüßen mussten. Die Künstler gingen sogar noch einen Schritt weiter und begannen auf ihrer Suche nach Authentizität die Burgen der Fürsten zu verlassen und das gemeine Volk auf Leinwand zu bannen. Ein Beispiel ist Dürers Kopfstudie einer „Lachenden Bäuerin“. Dieses Bestreben feierten sie als „Entdeckung des Menschen“ und setzten so den Bruch mit den Traditionen des Mittelalters fort.