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panthermedia.net/Dieter Beselt
Die Künstlerin Sharon van Etten ist in unseren Breiten noch nahezu unbekannt. Das könnte sich bald ändern dank ihres neuen Albums „Tramp“.
Einer der Songs handelt von ihren immer wieder kehrenden Panikattacken und gibt auf eine eindringliche Weise eine Anleitung zum Überstehen von solchen Zuständen. Geholfen wird ihr dabei von dem Musiker Zach Condon, der sonst bei der Band Beirut singt und selbst auch unter Panikattacken leidet. Die Songs auf dem Album „Tramp“ zeugen von Ehrlichkeit und einer Art Selbsttherapie. Der Song We are Fine bildet einen der Höhepunkte des dritten Albums, aber auch die anderen Songs können sich sehen lassen.
Mit dem aktuellen Album könnte die Künstlerin endlich den Sprung schaffen weg von „Amerikas bestgehütetem Geheimnis“(The Observer) hin zu einer ernst genommenen Künstlerin, der die Konzerthallen dieser Welt gebühren.
Die zwölf Songs auf dem Album sind eigensinnig und die Poesie erschließt sich oft erst beim zweiten oder dritten Hören. Sharon van Etten scheint mehr Wert auf die Atmosphäre ihrer Stücke zu legen, als auf Melodien. Kaum ein Song funktioniert nach dem Strophe/Refrain-Prinzip.
Die Biographie der Künstlerin ließt sich spannend. Während ihrer fünfjährigen Beziehung mit einem Musiker hätte sie beinahe die Musik aufgegeben, da dieser ihr keinen Mut zu sprach, ja sogar ihre Gitarre versteckte. In einer Nacht- und Nebelaktion verließ sie ihn und zog fortan als Singer/Songwriterin durch die Lande. Ihre Sozialphobie schränkte sie oft ein, doch mit Hilfe ihrer Musik bekam sie die Attacken in den Griff. In New York angekommen, landete sie nach kurzer Zeit auf der Straße, da sie sich die Mieten nicht leisten konnte. So lebte sie über ein Jahr in ihrem Auto oder bei diversen Freunden. Ihre Beziehung hat sie mittlerweile über mehrere Songs hinweg verarbeitet. Nun folgt das große Geschäft.

Kunst von Lee Ufan, Foto von @MSG/flickr.com
Lange wurde die Kunst von Lee Ufan von den USA ignoriert. Dabei ist der 76jährige japanische Künstler schon lange eine Größe. Nun übergibt das Guggenheim Museum in New York dem Künstler ihr ganzes Haus. Einige seiner selten gezeigten Installationen werden im Erdgeschoss der Rotunde und in zwei Galerien des Museum ausgestellt sein. Von Lee Ufan seit 1960 hergestellten 90 Skulpturen, Malereien und Arbeit auf Papier werden das komplette Museum füllen.
Lee Ufan ist vor allem mit seinem Motto berühmt geworden. Er verlangt von dem Künstler nicht das Verformen der Materiallien, sondern das Arrangieren. Das liegt damit zusammen, dass Ufan niemals das Material beherrschen und die Form verändern wollte. Ganz im Gegensatz möchte er den Betrachter mit rohen Formen und deren Umgebung konfrontieren. In seinen Werken findet man riesige Steine neben Metallplatten. Diese stehen stets in der Beziehung zum Raum. Durch die Leere oder ebenso die Kontraste soll das Publikum sinnliche Elemente wahrnehmen können.
Lee Ufan bezeichnet seine Kunstwerke selbst als “Kunst der Begegnung”. Für USA ist seine Kunst noch unbekannt, damit geht das Guggenheim ein bestimmtes Risiko ein. Wobei Lee Ufan bereits 1971 auf der Biennale von Paris und 2001 im Kunstmuseum Bonn bzw. 2007 sogar auf der Biennale in Venedig zu sehen war. In der Kunstszene zählt er zu den Post-Minimalisten. Neben der Kunst ist er aber auch als Philosoph bekannt. Lee Ufan pendelt seit 1956 zwischen Japan und Frankreich. 1970 war er einer der Hauptvertreter der japanischen Mono-ha-Bewegung. Diese setzte sich vor allem gegen die westliche Kunstdefinitionen ein, die Japan nach dem Zweiten Weltkrieg belagerten. Der Stil Lee Ufans ist teilweise auf einen einzigen Pinselstrich minimalisiert. Der kreative Prozess des Schaffens spielt bei dem Künstler ebenso wenig eine Rolle. Es geht viel mehr um die Rohe Existenz der Dinge, die man aus der Welt aufnehmen kann.